Łukasz Kępski (33) engagiert sich für die deutsch-polnische Völkerverständigung und hält immer wieder Vorträge in Witten zu seinen Forschungen über Migration. Foto: Barbara Zabka

WAZ. Die Nachfrage nach Fördergeldern aus dem städtischen Fonds ist so hoch wie nie zuvor. Aktuell sind 22 Anträge für 300 bis 400 Personen gestellt.

Frankreich, England, Polen, Österreich, Israel, Russland, Ostdeutschland, Nicaragua und Äthiopien: Die Liste der Länder, in denen Witten eine Partnerstadt hat, ist lang – seit Jahrzehnten schon. Doch diese Verbindungen sind so lebendig wie eh und eh: Das zeigt sich auch daran, dass in diesem Jahr so viele Anträge auf Förderung einer Reise eingegangen sind wie nie zuvor. Das berichtet Nina Leuschner von der städtischen Stabsstelle für Integration, Internationale Beziehungen und Städtepartnerschaften.

Wer als Gruppe oder Einzelperson, als Mitglied einer Bürgerreise oder Teilnehmer eines Schüleraustausches in eine der Partnerstädte reisen möchte, kann eine finanzielle Unterstützung aus dem Partnerschaftsfonds beantragen. Der speist sich aus von der Stadt und Sponsoren zur Verfügung gestellten Mitteln. „Der Zuwachs wird immer größer, die Spendengelder sind hoch frequentiert“, sagt Leuschner.

Aktuell sind 22 Anträge für 300 bis 400 Personen gestellt. Darunter befindet sich zum Beispiel ein Antrag der Hardenstein-Gesamtschule, die mit zwei Klassen ins englische Barking/Dagenham reisen möchte oder des Blasorchesters Blow, das alljährlich mit 50 Personen ein Konzert im französischen Beauvais besucht. Auch die Holzkamp-Gesamtschule, die seit vielen Jahren Schüler nach Lev Hasharon in Israel schickt oder israelische Schüler nach Witten holt, ist wieder mit dabei. Jede Person kann aus dem Fonds, der zur Zeit rund 175 000 Euro beinhaltet, mit 30 bis 150 Euro bezuschusst werden.

Zum Vergleich: 2014 gab es sieben geförderte Schulbegegnungen. Im vergangenen Jahr besuchten 212 Wittener die Partnerstädte, 114 Gäste kamen hierher. „In diesem Jahr sind es besonders viele Schülergruppen“, sagt Nina Leuschner. „Um die Jugend entsprechend unterstützen zu können, werden wir die Förderung der Erwachsenengruppen etwas zurückschrauben.“ Wie viele Anträge es gibt, hänge auch immer vom Engagement der jeweiligen Lehrer ab,

Um die Partnerschaften weiter lebendig zu halten wird es auch in diesem Jahr wieder eine Messe für Integration und Städtepartnerschaften geben. Das internationale Jugendcamp findet diesmal in Bitterfeld-Wolfen statt und es sind auch wieder Gäste aus allen Partnerstädten zur Zwiebelkirmes eingeladen.

Acht Städtepartnerschaften und eine -freundschaft zu San Carlos in Nicaragua unterhält die Ruhrstadt. Die ältesten zum französischen Beauvais, dem englischen Dagenham oder dem österreichischen Mallnitz bestehen bereits seit den 70er-Jahren. Ins Leben gerufen wurden sie einst durch Ex-Bürgermeister Klaus Lohmann, um in der Nachkriegszeit freundschaftliche Beziehungen aufzubauen. Die jüngste zu Mekelle in Äthiopien wurde erst im vergangenen Jahr abgeschlossen, um die langjährige Arbeit des Vereins „Etiopia-Witten“ zu unterstützten.

WAZ-Bericht von Kristina Gerstenmaier

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