Dienstag, den 28. März 2017 um 19.00 Uhr
in der Buchhandlung Lehmkul - Am Markt in Witten

Liebe deinen Nächsten wie dich selbst - oder Wie die Deutschen ihre polnischen Nachbarn sahen

Wie sahen die Deutschen ihre polnischen Nachbarn in der Geschichte? Und was offenbart uns der Blick auf die Anderen, die Fremden, über die Deutschen? Diese Frage ist heute noch aktuell, da sich die Gruppen der Fremden zwar mit der Zeit verändern, die Mechanismen der Meinungsbildung sind jedoch ähnlich. Und der Blick in die Geschichte offenbart uns gelegentlich auch erschreckende Parallelen zu heutigen Bildern von den Fremden.

Die Zeitschrift „Die Gartenlaube“ erschien im Deutschen Reich ab Mitte des 19. Jahrhunderts, in der Weimarer Republik und bis in die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Wir stützen uns bei unserer Lesung auf die Dissertation von Angela Koch aus dem Jahr 2001 an der Berliner Humboldt Universität, die unter dem Titel »DruckBilder« als Buch erschienen ist. Sie untersucht die Veröffentlichungen in der „Gartenlaube“ über Polen in der Zeit der Reichsgründung von 1870 bis zum 1930 und hat auf diese Weise interessantes Material über das sich mit der Zeit und mit der politischen Situation verändernde Bild von ‚den Polen‘ zusammengetragen. Die wöchentlich erscheinende „Gartenlaube“ verstand sich als ein Blatt für alle Deutschen, egal wo sie lebten, sie wollte die deutsche (Leit-)Kultur fördern und zur Bildung der deutschen Nation beitragen. Es war die größte derartige Publikation.

Sie gab die herrschende Meinung wieder und formte die Meinungen. Die rückblickende Lektüre gibt deshalb Einblicke in die Denkweise und die Argumentationen der damaligen Zeit. Sie erscheinen uns heute irgendwo zwischen amüsant und erschreckend. Aber kommen sie uns nicht manchmal auch bekannt vor? Wir laden ein, gemeinsam Geschichte und Gegenwart im Gespräch zu erkunden.

 

zurück