Eine Wittener Reisegruppe vor dem Felsendom.

WAZ. „Kaum einer kennt den Freundeskreis der Israelfahrer“, bedauert dessen Vorsitzende Brigitte Obenaus. Dabei hat der Verein im Laufe der Jahrzehnte viel zur Verständigung der Nationen beigetragen. Nicht zuletzt durch den regelmäßigen Jugend- und Erwachsenenaustausch. Auch in diesem Jahr stehen wieder zwei Fahrten ins Heilige Land auf dem Programm.

15 junge Leute können in den Sommerferien dorthin reisen. Sie habe schon fleißig Flyer an den Schulen verteilt, um dafür zu werben, sagt die 59-Jährige. Mitfahren kann, wer zwischen 15 und ca. 20 Jahre alt ist, regelmäßig an den Vorbereitungstreffen teilnimmt und sich verpflichtet, im nächsten Jahr selbst einen Gast aufzunehmen. Denn einen Teil des Aufenthalts verbringen die Jugendlichen in israelischen Familien.

500 Euro kostet der zweiwöchige Urlaub, der allerdings naturgemäß mehr Studien- als Spaßreise sei. „Aber“, verspricht die Vorsitzende, „wir werden nicht morgens um sieben mit dem Programm starten“. Eigentlich wäre die Reise viel teurer, etwa 2000 Euro, schätzt Brigitte Obenaus. Bund und Land sowie die Stadt und einige Sponsoren fördern den Austausch, der überall dorthin führt, wo man in Israel beim ersten mal gewesen sein sollte – Jerusalem, Haifa, Totes Meer.

Brigitte Obenaus selbst war als Schülerin des Albert-Martmöller-Gymnasiums 1973 mit der ersten Wittener Jugendgruppe in Israel. „Das war klasse.“ Die Gastfreundschaft, die Vielseitigkeit und die Gegensätze des Landes – all das habe sie fasziniert. „Wenn man Vorurteile beseitigen will, muss man am besten bei der Jugend anfangen.“ Die wird vor Ort merken, dass junge Israelis „nicht in Zelten leben, einen Kühlschrank haben, die gleiche Musik hören und die gleichen Klamotten tragen wie sie“. „Und die haben sogar McDonald’s“, schmunzelt Obenaus.

Angst haben müsse niemand, der nach Israel fährt, beruhigt sie. Natürlich höre man in den Nachrichten oft von Schießereien im Gaza-Streifen oder arabischen Überfällen. „Aber in die entsprechenden Ecken fahren wir natürlich nicht. Für uns als Touristen ist das kein Problem. Außerdem haben wir immer einen israelischen Begleiter dabei.“ Und an die Soldaten mit den Gewehren, die das Stadtbild prägen, habe man sich nach zwei Tagen gewöhnt. Ebenso wie an die Kontrollen in Geschäften oder Bussen. „Dadurch fühlt man sich sicherer.“

Fünf Mal hat Brigitte Obenaus Israel besucht, besitzt viele Kontakte. Nicht zuletzt, nennt sie noch einen Grund, nach Israel zu fahren, sei es das Land, in dem unsere Religion entstanden ist.

Ein Informationstreffen für interessierte Jugendliche und Erwachsene, die in diesem Jahr nach Israel mitreisen wollen, findet am Sonntag, 26. Januar, um 15 Uhr im Gemeindehaus der Friedenskirche, Ardeystraße 234, statt.

WAZ-Bericht von Annette Kreikenbohm

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