Knappen unter sich: Alt-Bürgermeister und Ex-Bergmann Klaus Lohmann (links) bei einer früheren Ausstellung in der Sparkasse Annen mit seinem ehemaligen Ausbilder und Fahrsteiger auf Zeche Mansfeld, Hans Lewer. Foto© Joachim Haenisch / WAZ FotoPool WAZ. Bergbau, Stahl, Sport und Uni haben das Heimatgefühl von Alt-Bürgermeister Klaus Lohmann geprägt. Neben seinen Einsätzen als Schachspieler bei der Sportunion Annen liegen ihm vor allem die Partnerstädte seiner Heimatstadt am Herzen.

Als Kind wusste der im Diakonissenhaus geborene Annener schon, wo es die „Pinge“ gab, die Abbaulöcher. „Mit Hacke und Schippe haben wir dann die Kohle rausgeholt und unserem Klassenlehrer, Herrn Haarmann, gebracht.“ Kein Wunder, dass der junge Klaus von einer Lehrfahrt unter Tage deutlich begeisterter zurückkehrte als seine Schulkameraden. In der Untersekunda verließ der Hüllberger, der schon als Schüler gelegentlich auf der Kleinzeche „Borbach“ half, das Ruhr-Gymnasium und fuhr als „Bergjungmann“ auf Mansfeld in Langendreer ein. „Ich kam sofort ins Revier.“ Gleichzeitig machte er seinen Bergbauingenieur.

Witten hatte fast 700 Zechen, erinnert sich der 76-Jährige, für den das Muttental die „Wiege des Ruhrbergbaus“ ist. Dem Stahl misst er die gleiche Bedeutung wie der Kohle zu. Noch heute gehören die Edelstahlwerke zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Doch Witten habe mit dem Aufbau der Uni auch den Strukturwandel geschafft, sagt Lohmann, einer der Wegbereiter.

Der auch dem Sport große Bedeutung beimisst. Er selbst spielt Schach bei der Sportunion Annen. Zur Heimatverbundenheit zählt für ihn ebenso Weltoffenheit. Die Partnerstädte und die gelungene Aussöhnung mit Israel liegen ihm besonders am Herzen.

WAZ-Bericht von Jürgen Augstein

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