Bericht aus der WAZ von Melanie Pohle. Einen kleinen, aber dennoch internationalen Kulturmarathon legt die Ruhrbühne in der "Local Hero"-Woche hin. Sie hat Schauspieler aus Wittens Partnerstädten eingeladen. Den Anfang machte das russisch-ukrainische Stück "Der Zigeuner" nach Alexander Puschkin am Wochenende.

Das staatliche Puppentheater Kursk und das Theater Ravlyk aus Kiew zeigten auf Russisch ein bewegendes Stück über die Sehnsüchte eines schwermütigen jungen Mannes und einer leidenschaftlichen Frau. Zuschauer, die der wohlklingenden, aber fremden Sprache nicht mächtig waren, konnten sich auf die ausladenden Gesten von Uriy Titarov (Kiew) und Olga Kondratenko (Kursk) verlassen. Die beiden spielten nämlich nicht nur die Puppen, sondern sangen und tanzen auch selbst. Zudem lieferte Martina Ende-Bollin, Vorsitzende der Ruhrbühne, zu Beginn eine deutsche Einführung in Puschkins Text.

Auch wenn Musik und buntes Licht gewöhnungsbedürftig waren, überzeugte das Puppentheater. Den ausladenden Gesten in der fröhlichen Art der Zigeuner standen gefühlvolle und eindringliche Puppenspielszenen gegenüber. Immer wieder ließen Titarov und Kondratenko ihre Bühnenpräsenz ruhen, nahmen sich ihre Puppen vor den Körper und ließen diese mit winzigen Bewegungen aufleben.

Das Puppentheater Kursk führte auch "Der kleine Prinz" nach Antoine de Saint-Exupéry am Sonntag und Montag auf. Die Kooperation mit dem Partnerschaftsverein und den Freundschaftskreisen geht weiter. Dienstag bis Donnerstag steht die Theatergruppe "Bez Dam" aus Tczew auf der Bühne. Freitag und Samstag folgt das Amateurtheater Wolfen.

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